Zubringer oder Durchfahrt?
Seit mehreren Jahren wird die Verkehrssituation rund um die Chörenmattstrasse und den Grundackerweg im Quartier thematisiert. Beide Strassen sind als „Zubringer gestattet“ signalisiert – allgemeiner Durchgangsverkehr ist damit eigentlich nicht vorgesehen.
Die Regelung bedeutet: Wer diese Strassen benutzt, muss ein Ziel im Quartier haben.
In der Praxis entsteht jedoch zunehmend der Eindruck, dass diese Regelung nicht immer so gelebt wird, wie sie vorgesehen ist.
Zusammenhang mit der Verkehrssituation auf der Bahnhofstrasse
Ein wesentlicher Hintergrund für die zunehmende Nutzung der Chörenmattstrasse ist die Verkehrssituation auf der nahegelegenen Bahnhofstrasse.
Insbesondere zu Spitzenzeiten bildet sich dort regelmässig Rückstau. In solchen Situationen ist im Quartier klar zu beobachten, dass Fahrzeuge vermehrt in die Chörenmattstrasse einbiegen und das Quartier als alternative Route nutzen.
Die Streckenführung über Chörenmattstrasse und Grundackerweg ermöglicht es, einen Teil des Verkehrsabschnitts auf der Bahnhofstrasse zu umgehen und später wieder auf das übergeordnete Strassennetz zurückzukehren.
Zusätzlich wird die Route offenbar auch genutzt, um den Rückstau auf der Bahnhofstrasse zu umfahren und schneller zu den nahegelegenen Einkaufsmöglichkeiten – insbesondere zum Coop – zu gelangen.
Damit entsteht ein Spannungsfeld zwischen der vorgesehenen Funktion der Strassen als Zubringer für das Quartier und ihrer tatsächlichen Nutzung als Ausweichroute bei Verkehrsüberlastung auf der Hauptstrasse.
Beobachtungen aus dem Quartier
Anwohnerinnen und Anwohner berichten seit längerer Zeit von Verkehr, der zunehmend den Charakter einer Durchfahrtsroute annimmt.
Besonders die Einfahrt in die Chörenmattstrasse in Fahrtrichtung Mutschellenkreuzung und Coop wird regelmässig genutzt, um den Verkehr auf der Bahnhofstrasse zu umgehen und durch das Quartier abzukürzen.
Hinweise aus der Bevölkerung wurden mehrfach an die zuständigen Stellen weitergegeben – teilweise ergänzt durch Fotodokumentationen und konkrete Hinweise aus dem Alltag im Quartier.
Bislang sind jedoch keine sichtbaren verkehrslenkenden Massnahmen erfolgt.
Fahrzeugstruktur wirft Fragen auf
Im Quartier selbst bestehen keine grösseren Gewerbebetriebe mit regelmässigem Schwerverkehr. Vor diesem Hintergrund fällt auf, dass im Alltag dennoch immer wieder grössere Fahrzeuge im Quartier verkehren.
Zwar befindet sich in angrenzenden Gebieten Gewerbe, das teilweise mit schweren Lastwagen beliefert wird. Diese Betriebe liegen jedoch nicht an der Chörenmattstrasse, sodass deren reguläre Erschliessung grundsätzlich nicht über das Quartier vorgesehen ist.
Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, in welchem Umfang Fahrten tatsächlich im Rahmen der Zubringerregelung erfolgen – oder ob die Strasse in der Praxis teilweise auch als Verbindungsroute genutzt wird.
Darüber hinaus wird im Quartier wiederholt beobachtet, dass grössere gewerbliche Fahrzeuge entlang der Chörenmattstrasse abgestellt werden, obwohl deren Ziel offenbar nicht im unmittelbaren Quartier liegt.
Auch Linienbusse werden beobachtet
Mehrfach wurde zudem dokumentiert, dass Linienbusse durch das Quartier fahren. Grundsätzlich ist dies zulässig, sofern die entsprechende Signalisation für den Linienbussverkehr aktiv ist.
Aus dem Quartier wird jedoch wiederholt berichtet, dass Linienbusse auch in Situationen durch die Chörenmattstrasse fahren, in denen die entsprechende Signalisation nicht aktiv zu sein scheint. Teilweise wurden dabei auch Leerfahrten beobachtet, die mit «Dienstfahrt» gekennzeichnet waren.
Entsprechende Hinweise und Fotobelege wurden den zuständigen Stellen bereits weitergeleitet. Offen bleibt, wie häufig solche Fahrten tatsächlich vorkommen und wie sie im Kontext der bestehenden Verkehrsregelung einzuordnen sind.
Offene Fragen
Die Situation wirft mehrere sachliche Fragen auf:
- Wie konsequent wird die bestehende Zubringerregelung überprüft?
- Wird analysiert, ob Teile des Verkehrs tatsächlich Durchgangsverkehr darstellen?
- Welche Möglichkeiten bestehen, eine missbräuchliche Nutzung der Strasse zu reduzieren?
Ein Thema, das das Quartier seit Jahren begleitet
Die Diskussion rund um die Chörenmattstrasse ist keine Momentaufnahme. Sie begleitet das Quartier bereits seit mehreren Jahren.
In Gesprächen mit Anwohnerinnen und Anwohnern zeigt sich zunehmend das Gefühl, mit den Anliegen allein gelassen zu werden. Hinweise werden aufgenommen, Zuständigkeiten erklärt – konkrete Schritte bleiben jedoch bislang aus.
Es geht dabei nicht um grundsätzliche Kritik am Verkehr, sondern um eine einfache Frage:
Wirkt eine bestehende Regelung auch in der Praxis so, wie sie gedacht ist?
Im nächsten Teil der Serie wird ein weiterer Aspekt der Verkehrssituation betrachtet:
Geschwindigkeiten im Quartier und die Ergebnisse aktueller Verkehrsmessungen.


Um 9:00 – KaffeeZeit sieht das dann etwa so aus….
Oder so… (man beachte auch die orangen Fahrzeuge des Kantons ;-))